Die Errungenschaft repräsentative Demokratie: Die Wähler haben ausgewählt, Politiker handeln.

Die Bürger haben ihr höchstes demokratisches Recht ausgeübt und ganz nach ihren Gründen frei, gleich und geheim ihr Kreuz gemacht, und noch am Wahlabend erklären die Politiker und Parteien ihnen, was sie da eigentlich gemacht und gewollt und falsch und richtig gemacht haben:

  • Eines haben die Wähler dieses Mal falsch gemacht: Sie haben ihre Unzufriedenheit mit dem bisherigen politischen Geschäft durch eine unerträglich hohe Stimmenzahl für die AfD zum Ausdruck gebracht. Da haben die Wähler nach dem Urteil der etablierten Parteien etwas gründlich missverstanden: Als gäbe es nicht genügend verantwortungsbewusste Oppositionsangebote, um seine Unzufriedenheit abzuliefern, haben sie nun diese Partei „rechts der CDU“ in unser deutsches Parlament gebracht. Da darf für so was nach maßgeblicher Auffassung kein Platz sein. Alle etablierten Parteien sind voll von Selbstkritik und Verständnis für die Motive der AfD-Wähler, die sie viel besser verstehen als diese selbst. Sie versprechen, von dieser falschen Partei die rechten Wähler zu trennen und wieder zu „unseren“ zu machen. Denn da ist doch ihre wahre Heimat.
  • Überwiegend haben die Wahlbürger aber alles richtig gemacht. Sie mögen zwar meinen, nur ihre Partei gewählt zu haben und extra nicht die anderen. Die Elefantenrunde aber klärt sie auf, dass sie zu 87% „unsere deutsche Demokratie“ gewählt haben. Und überhaupt haben sie alle zusammen mit ihrer hohen Beteiligung am aktiven Wahlrecht dem zugestimmt, dass sie mit einer neuen Zusammensetzung im Parlament regiert werden. Ihre aktive Rolle beschränkt sich ab sofort wieder darauf, ihren Alltagsgeschäften als Lohnabhängige, Mieter, Rentner, Steuerzahler nachzugehen.
  • Die konkurrierenden Politiker erklären den Wählern dann auch noch am Wahlabend, warum sie so ausgewählt haben, wie sie gewählt haben, aus welchen Motiven auch immer. Merkel verkündet, dass ohne ihre C-Parteien keine Regierung zu bilden geht, die Wähler also die Koalitionsregierung gewählt haben, die sie bildet. Schulz, der für seine Gerechtigkeitsarie von den Wahlbürgern unbedingt zum Kanzler gemacht werden wollte, erklärt seinen Wählern, dass sie Opposition gewählt haben. Die will nämlich die SPD machen, damit es für unsere Demokratie eine anständige Adresse gibt, bei der die Bürger ihre Unzufriedenheit mit der Politik abliefern können bei der nächsten Wahl, damit sie die SPD wieder mächtig macht...

Darüber wollen wir diskutieren, ehe schon wieder gewählt werden darf.

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Ort: 
Bremen
Adresse: 
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Datum & Uhrzeit: 
Donnerstag, 2. November 2017 - 19:30