US-Sanktionen gegen Iran und alle anderen: Der neue Dollarimperialismus nutzt und verdrängt den alten

Der Dealmaker Trump kündigt den Atomdeal mit Iran. Die bedingte Lockerung der Vernichtungsdrohung an das iranische Regime und die widerrufliche Neuzulassung zum Weltmarkt soll ein Kniefall vor den bösen Mullahs gewesen sein  – und eine Einladung auch an die europäischen Beteiligten, Amerika über den Tisch zu ziehen. Das empört Freunde des Friedens, die sich über noch mehr Unfrieden im Mittleren Osten und über die gestiegene Gefahr eines Atomkriegs Sorgen machen.
Die maßgeblichen Sorgen haben andere, nämlich Europas Regierungen. Und ihre Sorgen sehen anders aus: Sie trauern einer ‚regelbasierten Weltordnung‘ nach, die Trump mit seinem ‚America First!‘-Nationalismus untergräbt. Sogar das böse Wort ‚Dollarimperialismus‘ ist gefallen. Die Macht dazu hat Trump allemal, seufzen dieselben Staatenlenker. Komischerweise hat er sie – woher denn sonst? – aus derselben regelbasierten Weltordnung. Vielleicht war die also auch eine Art von US­Imperialismus, der alle Nationen auf die globale Dollarökonomie, also auch auf den Schöpfer des Dollar verpflichtet hat? So viel ist jedenfalls sicher: Wenn Parteigänger des Aufstiegs europäischer Staaten innerhalb der mit amerikanischer Gewalt gesicherten ‚regelbasierten‘ Weltordnung von gestern dem amerikanischen Gewaltlieferanten heute „Imperialismus“ vorwerfen, dann liegt das daran, dass diese neue Art US­Imperialismus die europäischen Partner für irrelevant bis störend erklärt, also deren imperialistische Interessen durchkreuzt.

Ort: 
Frankfurt
Adresse: 
DGB Gewerkschaftshaus, Wilhelm-Leuschner-Straße 69, nähe HBF, Zugang über den Hof
Datum & Uhrzeit: 
Mittwoch, 5. Dezember 2018 - 19:00