USA VS. VENEZUELA: Imperialistische Lektionen in Sachen Öl, Souveränität und Geld

IN SACHEN ÖL:
Die hiesige Öffentlichkeit ist sich einig: In Venezuela hat eine
grundfalsche Politik ein „eigentlich reiches Land“ in den Ruin
getrieben. Ausgerechnet der chavistische Versuch, das Land aus der Rolle
des Öllieferanten für den amerikanisch dominierten Weltmarkt zu
befreien, soll also das Volk verarmt und dem Land die „Zukunft“
geraubt haben. Dagegen beweist das Scheitern dieses Versuchs, mit den
Öleinnahmen Land und Volk aufzuhelfen, wie wenig „reich“ das Land
in Wahrheit ist: „Öl“ ist kein Reichtum in seiner Hand, sondern
wird allenfalls in den kapitalistischen Metropolen zu einem solchen.
Darum ist nicht nur jeder Versuch einer Umwidmung in sich
widersprüchlich, sondern wird von der Vormacht des Weltkapitalismus als
Verbrechen definiert, das sie zum Scheitern verurteilt.
IN SACHEN SOUVERÄNITÄT:
Die hiesige Öffentlichkeit ist sich einig: In Venezuela herrscht eine
korrupte Mannschaft, die nicht von der Macht lassen will. Deren Inhalt
und Zweck soll deswegen gleich in gar nichts anderem als Unterdrückung
bestehen. Weswegen auch die Anstrengungen, ihr diese Macht zu nehmen, im
Prinzip in Ordnung gehen. In Wahrheit ist es umgekehrt: Die USA sprechen
der chavistischen Regierung die Legitimität ab. Das können sie, weil
ihnen ihre Macht das Recht dazu gibt: Als Vormacht, die über den
anderen Herrschaften steht, entscheidet sie darum auch über deren Recht
und Unrecht. Die absolut und allgemein gültige Messlatte dafür ist ihr
unbedingter Wille, eine eigenmächtige Zweckentfremdung ihres Dollars
und Weltmarkts und den Kampf um nationale Eigenständigkeit gegen ihre
Vormachtrolle nicht zu dulden. Was für Lateinamerika heißt: Nationale
Souveränität hat zusammenzufallen mit deren Diensten an den USA. Ein
Widerspruch, eine Zumutung für solche Länder? Sicher! Eine
„unzulässige Einmischung“ der Weltmacht? Eher nicht, sondern eine
Lektion darüber, wessen Mittel Dollar und kapitalistischer Weltmarkt
sind, weswegen sie auch als Waffe der USA dafür taugen, auf „regime
change“ zu bestehen.
 
VORTRAG UND DISKUSSION
REFERENT: REDAKTEUR DES GEGENSTANDPUNKT

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Donnerstag, 7. November 2019 - 19:00